Sonntag, 24. Juli 2011

souveränität zweiten grades

als nachtrag oder ergänzung zum manifest möchte ich über strategien bei der ablehnung etwas hinzufügen, was sich durch den begriff  der 'souveränität zweiten grades' erklären lässt. im grunde geht es darum, das eigene kontrollbedürfnis über reaktionen anderer aufzugeben, um mut zu finden, sich einer situation potentieller ablehung auszusetzen. es verfolgt den gedanken, das selbststigma durch das überprüfen der vermuteten ablehnung und schlechter bewertung überwinden zu können. deswegen sind solche auseinandersetzungen mit anderen unabdingbar, da nur diejenigen, von denen man ablehnung befürchtet, beweisen können, dass sie es eben nicht unbedingt tun würden. m.e. ist dieser mut um so schwieriger zu finden, je mehr man am glauben festhält, die reaktion des anderen in bestimmten situationen beeinflussen zu können. wissenskontrolle um die eigene infektion sei hier ein stichwort. man sollte erkennen, dass man keine reine, pure, ausschließliche souveränität im umgang mit anderen erlangen wird, weil es immer wieder zu dummen situationen kommen kann und dass die reale welt lange zeit noch derart aussehen wird. aber man kann, glaube ich, nicht ausschließlich diese ohnmacht fühlen, sondern die ohnmacht in eine erkenntnis transformieren, die ohnmacht integrieren, sie zu einem bestandteil von einem selbst machen und darin zu einer souveränität zweiten grades kommen. eine souveränität, die immer ob der eigenen schwäche weiß, die so in eine stärke umgewandelt wird.

Kommentare:

  1. Deinen Selbstwert an der Bewertung anderer über Dich festzumachen, ist wirklich die perfekte Anleitung zum Unglücklichsein. Kannst Du ein paar praktische Beispiele nennen, wie man das Aushaltenkönnen von Ablehnung lernen kann?

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  2. wo genau liest du aber das mit dem selbstwert gebunden an der bewertung anderer heraus? kommt mir fremd vor. mein punkt ist es, dass nicht stur denken sollen, dass wir über die bewertung anderer macht haben sollen, sondern sollten uns anderen hingeben, da sie ja eine gute bewertung haben können. wir müssen dies versuchen, um aus uns herauszukommen, als in erster linie psychologisches aber auch in der verlängerung politisches ziel. das aushalten geht über die verinnerlichung guter bewertungen (ja, anderer) und das (wie ich am liebsten mir wünsche: politische) sublimieren schlechter bewertungen. sieh das als erinnerungs/vergessens-übung. wie ich im eintrag schon meinte: wir haben die macht darüber, wie wir mit schlechter bewertung umgehen können (weshalb wir nicht ins unglücklichsein verfallen müssen), doch nicht die macht drüber, dass diese bewertung stattfindet. leuchtet dir diese unterscheidung ein?

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