Montag, 6. Oktober 2014

HIV-POSITIVE MANIFESTO II MMXIII - text

unten folgt ein repost eines eintrages vom letzten sommer gerade vor dem kreuzberger tcsd bzw. vom 24. juni 2013. der schwedische blog ist leider sozusagen im internet vergriffen, weshalb ein repost sich lohnt. der text fasst meinen damaligen standpunkt zusammen  und sollte deswegen für die internetische ewigkeit erhalten werden. viel spaß beim lesen!

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I was going to hand out this manifesto saturday at the local pride parade but ended up staying home, since I wasn't able to endure the world outside for some days. Things that happen. For the handing out of my first hiv-positive manifesto, I chose Roller Girl's song "Dear Jessie" ("running through the love parade..." "...see the roses, raining on the love parade...") as  soundtrack. This time, I had Cicciolinas hymn to transgression on my mind when writing the manifesto:




The lyrics from the first verse and the corus:


Sola lungo la strada,
vestita di mie fantasie,
mi sento diversa
mi riscaldo e divento perversa.
(All alone in the streets // Dressed in my fantasies // I feel different // I'm warming up and turn perverse)


Sento il fuoco che mi brucia le vene
sotto la pelle un vulcano mortale,
la mia guerra privata l'ho già vinta
sono sopra di te.
(I'm feeling the fire that burns my veins // Unter my skin a mortal vulcane // My own private war, I've won it // I'm standing above you)


Un inno alla trasgressione
è come un angelo
è come ranx xerox nel suo frigidaire
è come un angelo
che corre lungo la strada
mi skizza in faccia e vola via, vola via!
(A hymn to the transgression // It's like an angel // It's like ranx xerox in his fridge // It's like an angel // That runs along the streets // And cums over my face and flies away, flies away)


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Walk with someone playing the track from a boom box behind you while handing out the manifesto. You will feel dazzling.


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If my first manifesto was more descriptive in character, this one has its focus on action:

End HIV-stigma" seems to have evolved  into a commonplace phrase such as "smash capitalism/sexism/everything". As with all speech, these things won’t come to pass just by saying them. This is how we propose to proceed:

1.Realise that stigma is a moral notion - stigma won't end if you don't work through the moral frameworks that perpetuate it. The following issues need to be addressed in a judgement-free manner: a) seroconversion (becoming hiv-positive)

b) Management of HIV+ status (towards others and yourself)

2.Your body = Your responsibility.
Realise that judging others for not adhering to your levels of risk, i.e. projecting your moral on to others, won't stop you from getting infected with HIV.

3. Leave describing what living with HIV is to the HIV-positive. We havve enough people trying to dictate to us what to and not to do.

4. Ask yourself : Does disclosure of HIV status actually matter for me?

5. Ask yourself how a positive status would matter for future relationships.

6. Imagine yourself as HIV+ (if it already doesn't apply to you).

7. Get used to the fact that sexual risk is ubiquitous and learn how to reduce it as much as possible. Realise that the blanket exclusion of HIV+ people won't help. In fact, the most safe you can get - with or without a condom - is to fuck with someone positive with an undetectable viral load, since the chances are none to successfully pass on virus via sexual intercourse.

8. Medical advances have resulted in more than ”HIV is not a death sentence anymore”. It's your duty as a person living in a group where HIV is highly concentrated to know the facts.

9.As you support the right to sexual difference, do at least tolerate differences in how people like to fuck.

10. If you’re HIV+, come out to as many people as possible, not only is this liberating for you, but you'll become a reference point as someone living with HIV for negative people, which will help them stop othering us. Next time your disclosure of HIV+ might not elicit a ”whuuut!?” but ”Cool, I have a positive friend”.

11. Refute and ignore all imperative formulated prevention campaigns for the inevitable moral field that they produce. Saying ”use a condom!” will necessarily infer ”Don't fuck without condom!” and affix positive value to using condom and respectively negative value to not using condom and in consequence the condemnation of fucking without condom. 

Montag, 24. Juni 2013

MANIFEST ZU HIV II MMXIII

sorry, dass ich hier kaum noch blogge. sehe gerade, dass ich dümmerweise noch auf schwedisch informiert habe, dass ich so ab august letzten jahres vor allem auf meinem schwedischen blog zu hiv schreibe. ab und zu gibt es jedoch auch einträge auf englisch, z.b. das folgemanifest, das ich heute auf den schwedischen blog gestellt habe. viel spaß beim lesen!

Donnerstag, 6. Dezember 2012

krankheit

betreibe derzeit recherche für den schwedischen blog zum begriff der krankheit, die schone eine zeit lang läuft aber noch vom interview mit peter rehberg in der siegessäule (der dezemberausgabe 2012) angeschubst wurde. ich zitiere: Ein Problem ist auch, dass die Unterscheidung in gesund und krank nicht mehr funktioniert. Sicher, Positive sind nicht mehr krank. Aber sind sie denn gesund, mit einem Virus, das medikamentös in Schach gehalten werden muss? zitat ende. die deutschen wörter krank und erkrankung geben wenig her, zumindest im duden in rückbezug zueinander. das schöne im krähengesang (wie die redewendung auf schwedisch lautet), ist meine entdeckung eines essays zum aids und guibert, die sich durchs googeln dieser sätze (aus dem freund, der mich das leben nicht gerettet hat) ergab:

"Aids ist nicht wirklich eine Krankheit, es vereinfacht die Dinge, sie als eine solche zu bezeichnen, es ist ein Zustand von Schwäche und Ergebung, welcher dem Tier, das man in sich trug, den Käfig öffnet, dem Tier, dem ich gezwungenermaßen unumschränkte Vollmacht gebe, damit es mich verschlingt, daß ich mir lebendigen Leibes antun lassen muß, was an meinem Leichnam zu tun es sich anschickte, um ihn zu zersetzen."
("Le sida n'est pas vraiment une maladie, ça simplifie les choses de dire que c'en est une, c'est un état de faiblesse et d'abandon qui ouvre la cage de la bête qu'on avait en soi, à qui je suis contraint de donner pleins pouvoirs pour qu'elle me dévore, à qui je laisse faire sur mon corps vivant ce qu'elle s'apprêtait à faire sur mon cadavre pour le désintégrer."...finde, das deutsch liest sich holprig)
abgesehen von dem typischen fleischligen ausdruck guiberts, ist es bemerkenswert, dass er schon bei der gleichsetzung von aids und krankheit zögerte, während ich lediglich vorhabe, hiv von krankheit abzugrenzen. 

Mittwoch, 19. September 2012

hivbloggen

sedan augusti bloggar jag tillsammans med ännu bara en till skribent på hivbloggen.blogspot.se (vår målsättning är att det ska vara en sammanslutning av många skribenter som skriver egna kritiska texter om hiv). kommer dock ändå fortsatt att publicera texter här.

eine email; ein ansatz

Sehr geehrter Herr D.!
Ich war vorletztes Wochenende beim Hiv im Dialog und habe mich sehr über einen Punkt gefreut, auf den Sie im Gespräch am Abend in der Runde eingegangen sind, nämlich die Verbindnung zwischen normierender Prävention und Schuldgefühlen bei Hiv-Positiven. Ich bin selber dabei, diesen Komplex zu durchdenken. Ich überlege mir, ob nicht den Normverstoß, den Hiv-Positive durch den zumindest einmaligen ungeschützten Geschlechtsverkehr begangen haben, ein wesentlicher Teil des heutigen Hiv-Stigmas ausmacht.
Im alten AIDS schien dies vielmehr um das Offenbaren, dass der Infizierte wohl einer der schon an sich stigmatisierten Risikogruppen zugehörig war, zu drehen. Innerhalb dieser Gruppe wurde weniger Schuld und Stigma verbreitet, da ja alle im Grunde gleich gehandelt haben (sprich ungeschützten Sex gehabt haben) und ohnehin von dem Stigma als Teil einer Randgruppe betroffen waren. Beispielsweile waren die meisten Schwulen gegen das Stigma, das schwule Hiv-Positive betraf, weil es auf der Grundlage von Schwulenhass fußte.
Durch die Prävention und die soziale Aufwerung betroffener Randgruppen scheint mir wahrscheinlich, dass eine Verschiebung des Stigmas stattgefunden hat, vom Sosein auf das Handeln des Einzelnen. Dieser Veränderung scheint mir sinnvoll, nachzugehen. Außerdem zu untersuchen, inwiefern eine normierende Prävention existiert, und wenn ja, wie und wo sie normierend wirkt, und wie eine Prävension noch auszusehen hat, wenn wir nicht in Kauf nehmen wollen, dass sie sich, wo wir denke ich ziemlich einig sind, in einem Schuldgefühl (durch den oben genannten Normverstoß) und in der Verlängerung im Stigma der Hiv-Positiven niederschlägt.
Wissen Sie, wo eine Auseinandersetzung mit diesem Komplex stattfinden? Wie sieht es aus im akademischen Bereich? Ich kenne selber keine Veröffentlichungen, die dies zum Thema machen.
Viele Grüße,
B. G.